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Jagdstatistik Burgenland

 

 

Burgenländische Jagdstatistik

 

 

Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahr / Differenz zum Vorjahr 

 

 

Schalenwildstrecken

 

 

Rotwild
Die Jahresstrecke beim Rotwild ist mit 1.161 erlegten Stück leicht angestiegen. Nach wie vor werden bei den Hirschen der Klasse I die Abschussvorgaben nicht erfüllt. Eine Diskrepanz zwischen Freigabe und tatsächlich vorhandener Hirsche ist hier anzunehmen. Die Abschusserfüllung in der Altersklasse II liegt hingegen bei rund 112 %. Sehr zu wünschen übrig läßt auch die Abschusserfüllung beim Kahlwild, auch im letzten Jahr lag diese bei rund 65 %.
 
Rehwild
Die Rehwildstrecke hat sich im Jahr 2016 gegenüber dem vorhergehenden Jahr um 412 Stück leicht erhöht und beträgt 21.678 Stück. Grund für diesen Anstieg sind die erhöhten Abschussvorgaben im Rahmen der Abschusspläne, die seitens der Behörde mit Hinweis auf das Wildeinflussmonitoring ausgegeben wurden. In manchen Bezirken beträgt allerdings der Fallwildanteil an der Strecke mehr als 20 %, dabei hauptsächlich Straßenfallwild. Durch die vermehrte Nutzung der Natur sind nach wie vor die veränderten Raumnutzungsgewohnheiten und die daraus resultierende schlechte Sichtbarkeit bzw. Bejagung eine Herausforderung nicht nur für die Jägerschaft. 
 
Damwild
Die Damwildstrecke ist im letzten Jahr deutlich angestiegen und beträgt 122 Stück. Da sich das Damwild auf einige wenige Vorkommen beschränkt, spielt es jagdlich eine eher untergeordnete Rolle im Burgenland.
 
Muffelwild
Die Muffelwildstrecke beträgt im Jagdjahr 2016 insgesamt 222 Stück, es ist hier ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu bemerken. Die Abschusserfüllung liegt hier bei rund 63 %. Wie ein Blick in die Jagdstatistik verrät, erreicht die Abschusserfüllung der letzten Jahr kaum 60 %. In Hinkunft sollte auf eine erfüllbare Abschussplanung geachtet werden. Generell spielt das Muffelwild eine eher untergeordnete Rolle. 
 
Schwarzwild
Ein neuerlicher Rückgang ist bei der Schwarzwildstrecke zu beobachten. Im Jagdjahr 2016 wurden insgesamt 6.851 Stück erlegt, ein Rückgang um 63 Stück gegenüber dem Jahr 2015. Dieser Rückgang ist nun das 4. Jahr in Folge zu beobachten. Bemerkenswert sind die unterschiedlichen Bezirksergebnisse beim Abschuss. In den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg, Oberpullendorf und Oberwart gab es ein Minus, in den Bezirken Neusiedl/See, Güssing und Jennersdorf einen deutlichen Anstieg der Strecke.

 

Kurt Kanzer

Schalenwildreferent des BLJV

 

 

 Niederwildstrecken

 

 

Raubwild- und Rabenvögelstrecken

 

 

 

 

 

Kommentar zum Niederwild

 

Im Jahr 2016 konnte der Abwärtstrend beim Niederwild, zumindest beim Feldhasen, ein wenig eingebremst werden. Die Strecken beim Feldhasen nahmen im Vergleich zum Jahr 2015 leicht zu, beim Flugwild (Fasan, Rebhuhn) hingegen gingen die Strecken (wieder) relativ stark zurück. Die Interpretation der Streckenlisten, vor allem der Flugwildstrecken, ist oft nicht einfach, doch es lassen sich über die Jahre klare Trends erkennen.
 
Wie schon in den letzten Jahren spielt ein wesentlicher, die Niederwildbesätze stark beeinflussender, Faktor nicht mit – das Wetter. Extreme Wetterverhältnisse im Monat Mai (hohe Niederschlagsmengen gepaart mit niedrigen Temperaturen) sorgten für hohe Ausfälle beim Niederwild, vor allem beim Flugwild.
 
Die Lage beim Niederwild muss weiterhin als sehr ernst bezeichnet werden, es wäre hoch an der Zeit wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen, um den natürlichen Wildbestand der wichtigsten Niederwildarten zu erhalten und zu fördern. Viele Faktoren kann der Jäger leider nicht oder nur bedingt beeinflussen (z.B. Lebensraumverlust, Klima, Krankheiten), weshalb man sich auf jene Faktoren konzentrieren sollte, wo man tatsächlich einiges bewirken kann: Hasenzählungen, intensive Raubwildregulierung und die Nutzung aller Möglichkeiten zur Verbesserung des Lebensraumes (z.B. mit Hilfe des ÖPUL-Programmes) seien hier als wichtigste Maßnahmen genannt.
 
Erst wenn die Besätze erhalten und entsprechend aufgebaut sind, kann wieder an eine nachhaltige Bewirtschaftung (= Bejagung) gedacht werden. Dies kann in manchen Revieren aufgrund günstiger örtlichen Gegebenheiten und geeigneter Hegemaßnahmen sehr rasch gehen. Reviere mit weniger guten Voraussetzungen und mangelndem Engagement sollten sich auf einen längeren Zeitraum einstellen.

 

DI Dr. Leopold Cecil

Niederwildreferent des BLJV